"AUFGABE"
Dieses Projekt entstand innerhalb von drei Tagen – nicht, weil ich von Anfang an nur drei Tage Zeit hatte, sondern weil ich mich genau drei Tage vor der Abgabe dazu entschloss, mein ursprüngliches Konzept komplett zu verwerfen. Der Grund: Ich wollte mir mehr gestalterische Freiheit für die Animationen schaffen.
Ursprünglich plante ich ein Lyric Video zum Song Normal People Things von Lovejoy, inspiriert vom Stil des offiziellen Musikvideos. Dieses orientiert sich visuell an alten Familien- und Schulfotos aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Um eine visuelle Verbindung zum Original zu wahren, entwickelte ich eine passende Farbpalette und wählte eine Typografie, die Konzertplakate dieser Zeit zitiert. Als Referenz dienten mir dabei nicht nur historische Poster, sondern auch die visuelle Identität der Band selbst – inklusive ihres Logos.
(Platzhalter für Bilder)
Allerdings stieß ich bei der Umsetzung schnell auf Probleme. Meine Herangehensweise war unnötig kompliziert, und gleichzeitig fehlte mir die nötige Erfahrung im Umgang mit Adobe After Effects. Besonders der Schlagschatten-Effekt entpuppte sich als zeitfressendes Hindernis. Als ich merkte, dass ich kaum vorankam und die Deadline immer näher rückte, entschloss ich mich kurzerhand zur Kehrtwende: ein neues Lied, ein neues Konzept.
Meine Wahl fiel auf Explosivo von Tenacious D.
Die Entscheidung fiel aus mehreren Gründen: Der Song ist kurz, schnell und dynamisch, was mir mehr Spielraum für Animationen bot. Und vor allem: Das langgezogene „eeee“ zu Beginn und in der Mitte des Liedes schenkte mir rund 20 Sekunden Animationszeit – wertvolle Sekunden, die ich dringend brauchte, um das Projekt rechtzeitig abzuschließen.
Um mir das Leben unter dem selbst erzeugten Zeitdruck etwas zu erleichtern – und zugleich experimenteller zu arbeiten – beschloss ich, das Konzept radikal zu vereinfachen:
- Eine einzige Schriftart
- Schwarz-Weiß als Grundlayout, mit gelegentlichen Akzentfarben
- Fokus auf die Animation
- Und: „Der nächste Satz ist ein Problem für Zukunfts-Ich“
Ohne große Vorplanung stürzte ich mich also direkt in die Umsetzung. Für jede Textpassage entwickelte ich spontan eine neue Idee oder griff Muster wieder auf – zumindest, wenn sie musikalisch passten. Bei der Animation orientierte ich mich an den zwölf Grundprinzipien der Disney-Animation, um dem Video mehr Leben und Dynamik zu verleihen und Steifheit zu vermeiden.
Nach zwei schlaflosen Nächten, ein paar mentalen Zusammenbrüchen und einem heftig beanspruchten Graph Editor in After Effects entstand schließlich dieses Video.
Perfekt ist es sicher nicht – und man hätte noch einiges mehr herausholen können. Aber für mein erstes größeres Projekt mit After Effects, bei dem ich nicht nur lernen musste, wie Keyframes funktionieren, sondern auch mit massivem Zeitdruck umgehen musste, bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.
Besonders spannend finde ich: Man erkennt im Verlauf des Videos, wie sich meine Fähigkeiten sichtbar entwickeln.